Nach Plänen David Gillys wurde das Schloss 1798/99 als
Sommerwitwensitz im
schlichten Stil der preußischen Landbaukunst errichtet. Dieser königliche Villenbau war vorwiegend im
Louis-seize-Stil eingerichtet.
Dies entsprach einer französisch beeinflussten europäischen Kunst, die
vom Übergang des Spätbarock zum Klassizismus geprägt war.
Nach dem Tode der Königin 1805 verfiel das Schloss immer mehr in
Vergessenheit und aus dem Blickfeld des Hofes.
Im Herbst 1909 erwarb der Industrielle, Schriftsteller und Politiker Walther Rathenau
das Anwesen, fügte den Säulenaltan hinzu und ließ die historischen
Räumlichkeiten wieder herrichten, ohne dabei auf die damals modernen
Annehmlichkeiten zu verzichten.
Nach dem Mord an Rathenau 1922 veräußerten seine Erben das Anwesen an den Landkreis
Oberbarnim mit der Auflage, das Schloss als Erbe und Andenken
an Walther Rathenau zu bewahren.
Die
wertvolle Ausstattung mit frühklassizistischen Tapeten und großen Teilen
des ursprünglichen Mobiliars sind seit 1945 durch Plünderung weitgehend
verloren.
Bis zur Wende wurde das Schloss als Kulturhaus genutzt und ist
seit 1991 Walther-Rathenau-Gedenkstätte. In der unteren Etage ist eine
ständige Ausstellung zur Schlossgeschichte und auch Räumlichkeiten
für andere kulturelle Veranstaltungen.
Die bauliche Hülle des Schlosses wurde zwischen 2002 und 2007 denkmalgerecht in der Fassung der Rathenau-Zeit restauriert.
Unmittelbar neben dem Eingang steht einer der ältesten Bäume im Park, eine
Stieleiche (Quercus robur), die zum Andenken an Königin Friederike
Luise gepflanzt wurde (Luisen-Eiche).
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